Die Bekenstein-Grenze und die Einzigartigkeit des menschlichen Gehirns

Veröffentlicht: 16.09.2012 in Mathematik
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Ich bin heute beim Surfen auf eine interessante Zahl gestoßen: der maximale quantenphysikalische Informationsgehalt des menschlichen Gehirns. Diese Zahl ist nicht zu verwechseln mit der geschätzten Kapazität eines Gehirns, um Gelerntes zu speichern, die ist mit rund 2 Petabytes vergleichsweise winzig. Vielmehr handelt es sich (grob gesagt) um die Menge an Information, die man übertragen muss, um ein menschliches Gehirn mit einem Transporter à la Star Trek an einem anderen Ort bis in den letzten Quantenzustand originalgetreu zu rekonstruieren. Unter der Annahme, dass der menschliche Geist allein über das Gehirn mit der physikalischen Welt interagiert, könnte man hochspekulativ vom Äquivalent eines menschlichen Bewusstseins sprechen.

Abgesehen davon, dass 1042 Bits gewisse Assoziationen wecken, sieht diese Zahl erst mal ziemlich nichtssagend aus. Deswegen habe ich mir ein bisschen Kontext verschafft: Das gesamte Internet mit allen Seiten auf allen Servern der Welt wird auf ungefähr 500 Millionen Terabytes geschätzt. Unsere Milchstraße hat etwa 100 Milliarden Sterne, und der gesamte Teil des Universums, den wir beobachten können, hat ungefähr 100 Milliarden Galaxien, damit kommen wir auf etwa 1022 Sterne im bekannten Universum.

Wenn um jeden einzelnen Stern des bekannten Universums ein Planet wie die Erde kreiste, auf der eine Zivilisation ein Internet wie das unsere hervorgebracht hätte, so wäre der gesamte Speicher all dieser Milliarden von Milliarden Internets gerade so ausreichend, um ein einziges menschliches Gehirn aufzunehmen. Viel eindrücklicher kann man sich die Einzigartigkeit eines Menschen kaum vor Augen führen.

Außerdem kommt sich mein Smartphone mit seinen 16 Gigabyte Speicher gerade ziemlich blöd vor.

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Kommentare
  1. Christian sagt:

    Wunderbar formuliert. Danke für diese Einsicht.

  2. Daniel sagt:

    😉 Genialer Beitrag.
    Weil Du so selten schreibst, habe ich ihn erst jetzt gefunden…

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